Ethische Charta des Donbat

Die vorliegende Charta legt die ethischen Prinzipien fest, die die Praxis des Donbat, wie sie zuvor definiert wurde, leiten.

1. Wachsamkeit

Jedes wirksame Handeln entsteht aus einer aufgeklärten Beobachtung. Der Donbat setzt daher eine kontinuierliche Aufmerksamkeit gegenüber dem Realen voraus sowie eine ständige Aktualisierung der verfügbaren intellektuellen Werkzeuge der Wachsamkeit.

2. Transformative Intervention

Der Donbat beinhaltet Handlung, doch diese wird so ausgerichtet, dass sie das Reale dauerhaft transformieren kann. Konfliktualität, sofern sie entsteht, ist niemals Selbstzweck.

3. Transmission

Der Donbat ist reproduzierbar. Er zielt auf die Zirkulation von Wissen, Methoden und Erfahrungen. Was gelernt, erarbeitet oder transformiert wird, soll geteilt werden — ohne private Akkumulation von Wissen, Macht oder Legitimität.

4. Nicht-Reproduktion von Herrschaft

Keine Praxis des Donbat kann als legitim gelten, wenn sie in ihrem eigenen Funktionieren jene Herrschaftsverhältnisse reproduziert, die sie zu kritisieren vorgibt. Ihre Mittel müssen mit ihren Zielen kohärent bleiben.

5. Verantwortung

Der Donbat setzt eine umfassende Verantwortung gegenüber den hervorgebrachten Folgen voraus.

6. Autonomie

Der Donbat zielt auf Emanzipation und nicht auf Abhängigkeit. Er versucht, individuelle und kollektive autonome Handlungsfähigkeiten zu stärken, ohne passive Delegation.

7. Aktive Solidarität

Der Donbat lässt sich nicht auf eine individuelle Behauptung reduzieren; er ist in Beziehung und Kooperation verankert. Er schreibt sich in ein Verhältnis zum Gemeinsamen ein.

8. Kritische Reversibilität

Jede Praxis des Donbat muss befragt, überarbeitet und, wenn nötig, aufgegeben werden können.

9. Gerechte Zirkulation von Wert

Der Donbat lehnt die private Aneignung symbolischer, materieller oder finanzieller Erträge ab, die kollektiv hervorgebracht wurden. Er sucht nach Formen der Umverteilung, die mit seiner Ethik kohärent sind.

10. Kohärenz

Der Donbat verlangt Kohärenz zwischen Denken, Sprechen, Organisation und Handlung. Diese Praxis erfordert eine wache Reflexion über sich selbst.